Wie abnehmen mit Hashimoto?

 

 

Diese Frage wurde mir schon häufig gestellt… und es ist schwierig diese in 3 Sätzen zu beantworten.

Denn so individuell jegliche Symptome bei jedem einzelnen Betroffenen sind, so individuell ist auch das Abnehmen mit Hashimoto. Trotzdem möchte ich kurz gefasst einmal folgende Tipps aufzählen:

 

Die richtige Schilddrüseneinstellung ist das A und O, nicht nur für das allgemeine Wohlbefinden, sondern auch für die Gewichtsabnahme. In der Unterfunktion ist es definitiv schwieriger abzunehmen.
Liegen die freien Werte (fT3 und fT4) über 50% und der TSH unter 1?
Erfahrungsgemäß fühlen sich die meisten Betroffenen in diesen Bereichen am wohlsten. Dabei handelt es sich um Richtwerte und ist natürlich individuell. Du kennst deine Werte nicht? Lasse dir die Laborbefunde aushändigen. Einen hilfreichen Rechner zur Umrechnung der Schilddrüsenwerte findest du hier.

 

Nährstoffmängel beseitigenHashimoto bringt eine Reihe von Nährstoffmängeln mit sich. Liegen Mängel vor, versucht der Körper alles zu speichern was er bekommt und gibt folglich nur ungern etwas her.
Im Auge behalten sollte man Vitamin D, Eisen (Ferritin), Selen, Zink, Vitamin B12 und Magnesium. Diese Werte lassen sich im Blut bestimmen. Liegen Mängel vor, sollten diese mit qualitativ hochwertigen Ergänzungsmitteln aufgefüllt werden. Lies hierzu auch meinen Beitrag → Welche Nahrungsergänzungsmittel bei Hashimoto.

 

Bewegung, Bewegung, Bewegung… Auch wenn es schwer fällt, gerade wenn man sich in einer dicken Unterfunktion befindet, Bewegung und Sport (hier besonders Krafttraining) sollten zu deinem Alltag gehören. Während eines Schubes sind leichtere Aktivitäten wie ein Spaziergang oder Yoga die bessere Wahl. Überfordere deinen Körper nicht, er hat genug mit sich selbst zu tun… Bist du nach einer sportlichen Betätigung müde, abgeschlagen, zittrig und schlapp?
Dann könnte eine Nebennierenschwäche der Grund sein. Auch diese hindert dich daran abzunehmen.
Versuche möglichst viel Bewegung in deinen Alltag zu integrieren. Suche dir eine sportliche Betätigung die dir Spaß bereitet. Es ist nicht unbedingt nötig ein Fitness-Studio zu besuchen, auch zu Hause kannst du zahlreiche Übungen ausführen. 

 

Darmgesundheit… Im Darm liegt häufig der Ursprung einer Autoimmunerkrankung, bedingt z.B. durch Veränderungen und Verschiebungen der Darmflora, Fehlbesiedlungen, Entzündungen und eine durchlässige Darmschleimhaut (Darmpermeabilität bzw. Leaky gut). Diese Vorgänge können ohne die typischen Verdauungsbeschwerden wie Durchfall, Verstopfung, Blähungen oder Bauchschmerzen ablaufen.
Folgende Symptome können auf Darmprobleme hinweisen:
Gewichtszunahme und Probleme bei der Gewichtsabnahme, Wassereinlagerungen, chronische Gelenk- und Muskelschmerzen, Konzentrationsstörungen, Migräne, Kribbeln und Taubheitsgefühle in Armen und Beinen, Stimmungsschwankungen bis hin zu Depressionen, Hautveränderungen wie Ekzeme und Akne, Chronische Müdigkeit, Nervosität, schwaches Immunsystem, wiederkehrende Blasen- und Vaginalinfekte, Unverträglichkeiten verschiedener Lebensmittel. (Teste deine Darmgesundheit hier).
Treffen einige Symptome zu, sollte man diesen auf den Grund gehen, um dem Darm ggf. mit einer Darmreinigung bzw. Darmsanierung zu helfen. Je nach Zustand des Darmes sollte man sich in die Hände eines erfahrenen Therapeuten (z.B. eines Heilpraktikers) begeben. Testkits bekommst du hier.

 

Ernährung… nun kommen wir zu einem Punkt von großer Bedeutung, den ich hier nur kurz anreißen möchte.
Zunächst einmal ist für eine Gewichtsabnahme ein Kaloriendefizit notwendig. Mit einem gestörten Stoffwechsel wie es bei Hashimoto der Fall ist, ist dies ein kniffliges Thema. Der Stoffwechsel läuft auf Sparflamme. Unter Umständen muss man die Kalorien drastisch reduzieren, was bei unzureichender Schilddrüseneinstellung nicht zu empfehlen ist.
Versuche deinen Grundumsatz zu ermitteln (einen Rechner findest du hier) und ernähre dich für zwei bis drei Wochen entsprechend. Richtigerweise müsste man zum Grundumsatz die tägliche Aktivität hinzurechnen, um den Gesamtumsatz zu erhalten. Erfahrungsgemäß liegen wir Hashis meist darunter. Es gibt hilfreiche Apps, die es erleichtern Kalorien zu zählen (z.B. Lifesum, FDDB, MyFitnessPal, etc.). Nimmst du in dieser Zeit zu, musst du die Kalorien reduzieren (ca. 10-15% weniger).
So muss man sich langsam an das Defizit herantasten. Sport hilft dir den Stoffwechsel zu unterstützen und anzutreiben!

Wie solltest du dich ernähren? – Dies ist ebenfalls ein sehr umfassendes Thema und sollte individuell gestaltet werden. Einige Ernährungsformen sind hilfreich, um sich zu orientieren. Hierzu gehören z.B. Paleo und LowCarb (nicht NoCarb!). Durch einen gestörten Kohlenhydrat- und Fettstoffwechsel ist die Reduzierung von Kohlenhydraten auf ein moderates Maß sinnvoll und verhilft vielen zur Gewichtsabnahme. An gesunden Fetten solltest du täglich mindestens 0,8g pro Kg Körpergewicht zu dir nehmen, um einen geregelten Hormonhaushalt zu gewährleisten.
Eine wichtige Rolle spielen Proteine bzw. Aminosäuren. Durch das Autoimmungeschehen und der daraus resultierende Abbau von Körpergewebe benötigt der Körper Proteine, um Schäden reparieren zu können. Hier solltest du mindestens 1,2g und bei sportlicher Betätigung mindestens 1,5g Protein pro Kg Körpergewicht täglich zuführen.

Einige Lebensmittel verursachen Entzündungen im Körper, die dich daran hindern Gewicht zu verlieren. Eine entzündungsarme Ernährung ist hier ratsam. Es gibt einige Lebensmittel, die du meiden solltest. Hierzu gehören:

1. Glutenhaltige Lebensmittel – Gluten gilt als Auslöser für Autoimmunerkrankungen, weil es die Darmschleimhaut durchlässig macht. Vorhanden in Weizen, Dinkel, Grünkern, Gerste, Roggen, Kamut, Einkorn und kontaminiertem Hafer und alle daraus hergestellten Lebensmittel
2. Milchprodukte – blockieren die Hormonproduktion, verursachen Entzündungen im Darm
3. Zucker – treibt den Blutzucker in die Höhe, verursacht Entzündungen
3. Jod – kann das Autoimmungeschehen anheizen
4. Soja – blockiert die Umwandlung der Schilddrüsenhormone

Lies zur Ernährung auch meinen Blogbeitrag → “Die Hashimoto Diät“.

 

Stress reduzieren… versuche Stress auf ein Minimum zu reduzieren. Gönne dir Auszeiten, nimm ein Bad, verwöhne dich. Vielleicht kannst du dich mit Yoga und Meditationen anfreunden. 

 

und letztendlich Geduld… vergleiche dich nicht mit gesunden Menschen, gib deinem Körper Zeit und freue dich über jedes verlorene Gramm… und lass die Finger von Crashdiäten, Stoffwechselkuren und Diätshakes 😉

 

Diese grobe Übersicht soll die ersten Fragen beantworten.

Wie sind deine Erfahrungen? Schreibe mir gern in die Kommentare. 🙂
Hast du Fragen oder benötigst du Hilfe, dann kontaktiere mich gern hier.

Ich würde mich freuen, wenn du wieder vorbei schaust… 🙂

Liebe Grüße

Diana

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