Hashimoto kurz erklärt

Wer oder was ist überhaupt dieses Hashimoto?

Die Hashimoto Thyreoiditis ist eine autoimmun verursachte Schilddrüsenentzündung. Das fehlgeleitete Immunsystem zerstört die Zellen der Schilddrüse, was zu einer chronischen Unterfunktion der Schilddrüse führt. Aufgrund dessen ist die Schilddrüse nicht mehr in der Lage genügend Hormone zu produzieren. Oftmals bleibt die Erkrankung viele Jahre unentdeckt. Die Symptome sind vielfältig und auch der Verlauf ist von Patient zu Patient unterschiedlich.

Was ist der Auslöser?

Folgende Faktoren sind bekannt, die zu einem Entstehen bzw. Ausbruch einer Hashimoto-Thyreoiditis führen können. Dazu gehören:

  • Störungen der Darmgesundheit und Unverträglichkeiten wie Glutensensivität, LeakyGut, Zöliakie
  • genetische Veranlagung
  • Hormonelle Veränderungen in der Pubertät, nach der Entbindung, in der Menopause
  • Zufuhr hoher Dosen von Jod
  • chronische Infekte und Virusinfektionen (z.B. Pfeiffersches-Drüsenfieber, Herpes, EBV)
  • Stress (Familien- und Beziehungsprobleme, Arbeit, finanzielle Sorgen)

Welche Symptome können auftreten?

Symptome der Unterfunktion:

  • Müdigkeit, allgemeine körperliche Erschöpfung, fehlende Belastbarkeit
  • Konzentrationsschwäche, Gedächtnisschwäche, Wortfindungsstörungen
  • hoher Blutdruck mit Puls unter 70
  • Herzstolpern, Herzrasen
  • Angst- und Panikattacken, Gereiztheit, depressive Verstimmungen
  • trockene, struppige und glanzlose Haare
  • Haarausfall
  • teigige, trockene Haut (Myxödem)
  • Verstopfung, Blähungen
  • Frieren
  • Gewichtszunahme unabhängig von der Kalorienzufuhr, selten Gewichtsabnahme
  • Zyklusstörung bei der Frau, unerfüllter Kinderwunsch, Neigung zu Fehlgeburten
  • Abnahme des sexuellen Verlangens
  • nächtliches Kribbeln und Einschlafen von Händen und Unterarmen (Karpaltunnelsyndrom)
  • nachlassendes Hörvermögen, Ohrgeräusche
  • Wesensveränderungen
  • nächtliches Schwitzen
  • Nackenverspannung, Nackenschmerzen
  • brüchige Fingernägel
  • Lidrandentzündung, Lidödem
  • geschwollene Nasenschleimhaut

Symptome der Immunerkrankung:

  • Gelenkschmerzen
  • Muskelschmerzen und Verhärtung von Sehnen und Muskeln
  • Hautveränderungen wie z.B. Urticaria, Rosazea
  • Trockenheit der Schleimhäute (Sicca Syndrom)
  • Schwindel, unsicherer Gang, neurologische Symptome (Neuritiden)
  • selten epileptische Anfälle, Halluzinationen (Hashimoto Encephalopathie)
  • allgemeine Schwäche, geringe Belastbarkeit
  • Übelkeit und Magen-Darmprobleme, Verdauungsprobleme
  • Augenerkrankung (endokrine Orbitopathie)
  • grippeähnliche Symptome
  • Lymphknotenschwellung
  • Fieber
  • Erhöhte Leberwerte
  • stecknadelkopfgroße, weiße Flecken auf den Unterarmen

In Verbindung mit der Hashimoto Thyreoiditis können bei etwa 25 % der Erkrankten andere zusätzliche Autoimmunerkrankungen auftreten oder bereits bestehen. Bei neu auftretenden Symptomen sollte im Zweifelsfall immer ein Arzt aufgesucht werden.

Folgende Symptome können auf weitere Autoimmunkrankheiten hinweisen:

  • blutiger Durchfall → Colitis ulcerosa, Morbus Crohn
  • Bauchschmerzen, Blähungen, Durchfall, übel riechender, grau gefärbter Stuhlgang → Zöliakie
  • Häufiges Stolpern, Blutarmut, Schwäche, Zungenbrennen → Perniziöse Anämie
  • Gewichtsabnahme, Durst → Diabetes (Zuckerkrankheit)
  • fleckige Entfärbung der Haut, Pigmentstörungen → Vitiligo (Weißfleckenerkrankung)
  • Schmetterlingsförmiger roter Ausschlag im Gesicht, Fieber, Gelenkschmerzen → Lupus Erythematodes
  • Gelenkschmerzen mit oder ohne Rheumafaktoren → Rheumatische Erkrankung
  • Muskelschwäche die auch nach Einstellung der Schilddrüsenwerte bestehen bleibt → Myasthenia gravis
  • Dunkelfärbung der Haut, Schwäche → Morbus Addison (Autoimmunerkrankung der Nebenniere)

Diagnose und Therapie

Eine präzise Diagnose zu erhalten ist der erste Schritt und hier liegt das Problem. Aus eigener Erfahrung kann ich behaupten, dass leider nur sehr wenige Ärzte Erfahrungen mit Schilddrüsenerkrankungen und hier speziell Hashimoto haben. Es ist wichtig sich über die Erkrankung zu informieren, um Fehlbehandlungen abzuwenden und gegebenenfalls den Arzt zu wechseln.

Die wichtigsten Laborwerte zur Feststellung von Hashimoto:

TSH (Thyreoidastimulierndes Hormon) → Normwerte 0,3 bis 2,5 mU/l
FT3 (freies Trijodthyronin) → Normwerte 2,0 bis 4,5 pg/ml oder 5,4 bis 12,3 pmol/l
FT4 (freies Levothyroxin) → Normwerte 0,8 bis 1,8 ng/dl oder 10 bis 23 pmol/l
TPO-AK → Normwerte > 35 U/ml (erhöhte Antikörper)
Tg-AK → Normwerte > 200 U/ml (erhöhte Antikörper)
TRAK → Normwerte > 1,8 IU/l (erhöhte Antikörper)
Die Normwerte können je nach Labor etwas abweichen.

Zur Beurteilung ist es wichtig all diese Werte im Verhältnis zueinander zu bewerten. Es gibt Ärzte, die Hashimoto Patienten lediglich nach dem TSH einstellen. Dieser hat unter der Einnahme von Schilddrüsenhormonen nur sehr wenig Aussagekraft. Er sollte allerdings unter 1 mU/l liegen. Viel wichtiger sind die freien Werte fT3 und fT4. Und auch hier kommt es auf das Verhältnis zueinander an. Viele Betroffene fühlen sich mit freien Werten im oberen Drittel der Norm am wohlsten. Dies ist aber individuell.

Hashimoto bringt in der Regel eine Reihe von Nährstoffmängeln mit sich. Es empfiehlt sich Ferritin (in Verbindung mit CRP), Vitamin D, Vitamin B12, Zink und Selen anhand des Blutbildes bestimmen zu lassen. Liegen Mängel vor, sollten diese unbedingt mit geeigneten Präparaten aufgefüllt werden. Dies spielt für die Gewichtsabnahme ebenfalls eine große Rolle.

Hashimoto ist nicht heilbar. Mit Fortschreiten der Erkrankung und zunehmender Zerstörung der Schilddrüse werden mehr Schilddrüsenhormone benötigt. Eine lebenslange Einnahme von L-Thyroxin ist unvermeidbar. Der Krankheitsverlauf ist sehr unterschiedlich. Von keinerlei oder wenigen Symptomen bis hin zu massiven Beeinträchtigungen ist alles möglich. Die Symptome sind vielfältig und können vor allem während eines Schubes wechseln.

Für das eigene Wohlbefinden kann man selbst einiges unternehmen. Auf meinen Seiten erfährst du dazu mehr…?

2 Kommentare

  1. Simone Neels

    Hallo,
    bei mir wurde leider auch durch Zufall im Rahmen einer Kur mein Hashimoto quasi “entdeckt” und festgestellt. Ich war mehr als erschrocken über diese Diagnose aber jetzt konnte ich mir auch vieles erklären:
    Reizbarkeit, Gewichtszunahme, Müde, und noch vieles mehr.
    Aber ich wollte mich mit dieser Diagnose nicht abfinden und habe mich deshalb entschlossen, mich meiner Krankheit zu stellen und bin Heilpraktikerin geworden.
    Ich habe jetzt eine eigene Praxis und kann aufgrund eigener Erfahrungen vielen Menschen mit der gleichen Diagnose wesentlich besser und effizienter helfen als evtl. mancher Arzt.

    Denn ich musste leider lernen, dass viele Ärzte nur “Pharmareferenten” sind, aber von der eigentlichen Krankheit kaum oder nur wenig echte Ahnung haben.

    Viele liebe Grüße

    • Diana

      Hallo liebe Simone,
      eine Ausbildung zur Heilpraktikerin hatte ich ebenfalls schon einmal in Erwägung gezogen, aber wieder verworfen. Toll, dass es solche Menschen wie dich gibt, die anderen aufgrund der eigenen Erfahrung behandeln und weiterhelfen können.
      Mittlerweile gibt es wenige Ärzte, die informierter sind was das Thema Hashimoto anbelangt.
      Ich wünsche dir weiterhin viel Erfolg auf deinem Weg.
      Viele Grüße
      Diana

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