Eiweißversorgung bei Hashimoto

Jede einzelne Körperzelle benötigt Proteine (Eiweiße), um perfekt funktionieren zu können. Jedes Protein-Molekül setzt sich aus verschiedenen Aminosäuren zusammen. Von den 22 Aminosäuren, die unser Körper benötigt, kann er 13 selbst herstellen, in dem er Proteine auseinander bricht und neu aufbaut (nicht-essenenzielle Aminosäuren). Die restlichen 9 lebensnotwendigen (essentiellen) Aminosäuren müssen wir mit der Nahrung zuführen.

Zu den essentiellen Aminosäuren zählen:

  • Isoleucin
  • Leucin
  • Lysin
  • Methionin
  • Threonin
  • Tryptophan
  • Phenylalanin
  • Valin
  • Histidin

 

Warum sind Proteine (Eiweiße) so wichtig für Hashimoto-Erkrankte?

Durch den Autoimmunprozess wird das Gewebe der Schilddrüse zerstört und abgebaut. Unser Körper versucht diese Schädigungen immer wieder zu reparieren. Für diesen Prozess benötigt er ausreichend Proteine bzw. Aminosäuren.

Aminosäuren sind aber nicht nur als Baustein von Proteinen und damit für die Reparatur bedeutsam, sondern auch Ausgangsprodukte wichtiger Stoffwechselfunktionen in unserem Körper. Fehlt dem Körper eine oder sogar mehrere Aminosäuren, können Wirkstoffe, wie z. B. Hormone, Enzyme und Neurotransmitter nicht mehr ausreichend hergestellt werden. Der Ablauf wichtiger Körperfunktionen ist somit nicht mehr optimal gewährleistet. Hierzu zählt auch die Schilddrüsenfunktion. Daher ist es sehr wichtig auf eine ausreichende Versorgung mit Proteinen zu achten. Bei Mangelzuständen werden die in die Muskeln eingebauten Proteine herausgelöst, zu Aminosäuren aufgespalten und an anderer benötigter Stelle eingesetzt. Die Muskulatur wird so nach und nach abgebaut. Und das wollen wir doch nicht!

Was bedeutet aber nun ausreichend? Für einen gesunden erwachsenen Menschen werden zwischen 0,8g und 1g Eiweiß pro Kg Körpergewicht am Tag empfohlen. Um den erhöhten Bedarf abzudecken, ist es sinnvoll circa folgende Mengen an Eiweiß pro Kg Körpergewicht am Tag zu sich zu nehmen:

  • mindestens 1,0 – 1,2g um die Grundversorgung aufrecht und Muskulatur zu erhalten
  • mindestens 1,5 – 2,0g bei aktivem Lebenswandel bzw. sportlicher Betätigung

Mageres Fleisch und Geflügel, Fisch und Eier (je nach Verträglichkeit auch Milchprodukte) sollten ein fester Bestandteil deines Speiseplans sein. Viele pflanzliche Proteine stecken in Hülsenfrüchten, Nüssen, Quinoa, Buchweizen, Hanf, Spirulina, Spinat, Brokkoli und Chia Samen. Der Nachteil pflanzlicher Proteine ist häufig deren unvollständiges Aminosäureprofil. Möchtest du auf tierisches Protein verzichten, ist es wichtig verschiedene pflanzliche Proteinquellen zu kombinieren, damit du vollständig mit allen Aminosäuren versorgt wirst.

In Zusammenhang mit Hashimoto kommt es häufig zu einem Magensäuremangel, der die Verdauung und Aufspaltung von Eiweißen erschwert. Hier können Verdauungsenzyme (meist aus Papaya und Ananas) oder Betaine helfen. Des Weiteren können Proteinpulver eine sinnvolle Ergänzung darstellen, um den Proteinbedarf zu decken. Bei Lebensmittelunverträglichkeiten oder erheblichen Verdauungsproblemen können MAP-Tabletten die Versorgung mit Aminosäuren sichern.

Wie erkenne ich einen Proteinmangel?

Erste Anzeichen können sich in Muskelschwäche, Krämpfen und Bewegungsbeschwerden äußern. Länger anhaltender Proteinmangel kann zu folgenden Symptomen führen:

  • Heißhunger auf Süßes, kein Sättigungsgefühl
  • Kopfschmerzen
  • Schlafstörungen
  • Infektanfälligkeit
  • langsame Wundheilung
  • Wassereinlagerungen, Ödeme
  • trockene Haut, Hautausschläge und -geschwüre
  • brüchige Haare und Fingernägel, Haarausfall, graue Haare
  • Bluthochdruck
  • Gewichtsverlust durch Muskelabbau
  • Bewustseinsstörungen (Lethargie), Teilnahmslosigkeit (Apathie)
  • Verminderte Libido und Fruchtbarkeit

Viele dieser Symptome ähneln denen einer Schilddrüsenunterfunktion, Nebennierenschwäche oder auch ganz anderer Erkrankungen. Es ist also nicht eindeutig zu differenzieren.
Um einen Proteinmangel auszuschließen, überprüfe deine tägliche Eiweißzufuhr. Am einfachsten funktioniert dies mit einer App wie Lifesum oder FDDB. Letzteres funktioniert auch mit jedem handelsüblichen Browser → hier

Nachfolgend liste ich dir einige Empfehlungen von erwähnten Produkten in diesem Artikel auf, die ich selbst verwende. Vielleicht ist etwas Brauchbares für dich dabei ?

 

Hast du Fragen? schreibe mir gern in die Kommentare oder nutze die Kontaktfunktion. ?

 

Liebe Grüße

Diana

 

 

 


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2 Kommentar

  • Antworten
    Ernährung bei Hashimoto – die Hashimoto Diät | Hashimoto und die Speckröllchen
    23. Oktober 2017 at 14:37

    […] Eiweißbedarf zu decken, falls dir Fleisch und Fisch nicht gut bekommen. Lies hierzu gern meinen Blog-Beitrag zur Eiweißversorgung bei Hashimoto und weshalb dies von großer Bedeutung […]

  • Antworten
    Die Hashimoto Diät | Hashimoto und die Speckröllchen
    30. Oktober 2017 at 22:20

    […] Eiweißbedarf zu decken, falls dir Fleisch und Fisch nicht gut bekommen. Lies hierzu gern meinen Blog-Beitrag zur Eiweißversorgung bei Hashimoto und weshalb dies von großer Bedeutung […]

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